Familienabenteuer Bergsee – Action mal anders

von 7. Sep 2020Familie, Kinder, Unterwegs

von Carola

von Carola

Ausnahmsweise mal ganz ohne Board und Wind! Städtetrips und Chillen sind nicht so unser Ding, darum haben wir am Wochenende mal etwas ganz anderes ausprobiert: Ein Familienabenteuer am Bergsee – mit Klettern, Abseilen, Klippenspringen und Lagerfeuer!

Familienabenteuer am Bergsee

Wunderschön und einsam – wunderschön einsam

Der Bergsee Meisterstein im Sauerland ist ein ganz besonderer Ort. Als vor Jahrzehnten der Diabas-Abbau beendet wurde, entstand in dem ehemaligen Steinbruch ein etwa 10m tiefer See mit glasklarem, türkis-blauen Wasser. Rund herum türmen sich steile Felswände auf, die an einigen Stellen durch ehemalige Bergwerksstollen durchbrochen sind.

Leider oder zum Glück ist der See im Privatbesitz. Ein niederländisches Unternehmen hat das ganze Gelände zum Outdoor und Kletterparadies entwickelt. Normalerweise kann man nur vorsichtig aus 60-70m Höhe an wenigen ungesicherten Stellen die Aussicht genießen. Von weit oben blickt man auf den See herunter. Das Gelände wird nur für Übungen des niederländischen und deutschen Militärs, für Firmenevents und gelegentlich auch für offene Outdoor-Tage geöffnet.

Bergsee-Abenteuer

Genau solch ein Bergsee-Wochenende mit Familienabenteuer des Kölner Event-Veranstalters 3-6-0-Grad haben wir genutzt, um uns ins Familienabenteuer zu stürzen. Mal wieder war ganz frühes Aufstehen angesagt, um pünktlich um 10 Uhr in Winterberg zu sein. Nach einer kurzen Einführung und Einteilung in die Abenteurer-Gruppen ging es durch den großen Eingangsstollen an den phantastischen Bergsee.

Wildniscoach Tobi

Zusammen mit drei anderen Familien, die schon in der Jugendherberge in Winterberg übernachtet hatten, ging es los mit Tobi, unserem Coach. Während wir Erwachsenen keine Ahnung hatten, wer uns da erwartete, waren einige der Kinder super aufgeregt, weil sie ihren Coach sofort erkannten. Tobi ist nämlich nicht irgendein Outdoor-Coach, sondern der Wildniscoach-Tobi, der regelmäßig bei Durch die Wildnis superspannende Reisen für die Teenager-Crews zusammenstellt. Diese begleitet er dann bei ihren Abenteuern in der Wildnis von Griechenland, Norwegen oder Transsilvanien. Also hatten wir den besten Experten an der Seite, den man sich wünschen kann. Und nicht nur das: Zusätzlich haben wir noch viele tolle Geschichten rund um besondere Wildnis-Erlebnisse und die Herausforderungen vor der Kamera gehört.

Lasst die Spiele beginnen!

Ruckzuck Helme und Klettergurte anziehen und schon ging es los zur ersten Station: Dem Flying-Fox aus dem ehemaligen Stollenausgang in 25m Höhe zurück auf den Boden der Talsohle. Leider ein viel zu kurzes Vergnügen!

Das nächste Abenteuer kostete einige schon etwas mehr Überwindung. Beim Abseilen an einer 35m nahezu senkrecht abfallenden Wand ist man zwar doppelt und dreifach gesichert, trotzdem muss man sich erst einmal gaaaanz weit zurück lehnen. Wenn man beinahe waagerecht in der Luft hängt, stößt man sich mit den Füßen an der Felswand ab und seilt sich und dann nach und nach selbst ab. Das haben wir immer zu zweit gemacht. Das war unterhaltsam, aber gleichzeitig mussten wir darauf achten, den oder die Partner_in nicht aus der Bahn zu werfen. Sicher unten angelangt hatten die meisten nur einen Wunsch: sofort noch einmal!

Leider ging das nicht, denn es stand noch einiges andere auf dem Programm. Nach einer Picknick-Pause ging es auf zu den Seilbrücken über den See und zu den Klettersteigen. Tobi erklärte ausführlich, wie man mit dem Klettersteig-Set umgeht, um immer gut gesichert zu sein. Als kleine zusätzliche Herausforderung gab es Augenbinden, um das erste Stück des Klettersteiges “blind” und nur mir den Anweisungen des Partners oder der Partnerin zu gehen.

Abkühlung gefällig?

Auch wenn das Wetter durchwachsen und der Vormittag im Schatten ziemlich kalt war, können wir nicht einen ganzen Tag am See verbringen ohne hineinzuspringen! Schon gar nicht, wenn er türkisblau und tief genug ist und es in 7m Höhe eine perfekte Stelle zum Reinspringen gibt! Also schnell die Klettergurte, Helme und Klettersteigsets weg- und Badeklamotten ausgepackt! Wer traut sich als erstes? Alle! Zumindest fast. Hier konnten wir so lange springen, baden und nach den Überbleibseln des Bergbaus tauchen bis Hände und Füße fast abgefroren waren.

Aufwärmen und Outdoor-Küche

Abgetrocknet und eingemummelt sammelten sich alle um das – noch nicht vorhandene – Lagerfeuer. Jetzt durften Kinder und Erwachsene erst einmal alle möglichen Arten ausprobieren, um ohne Streichhölzer oder Feuerzeug ein warmes Feuer zu entfachen. Das ist gar nicht so einfach, stellten wir schnell fest. Lupe und Stöckchen drehen hat niemand hinbekommen, aber auch mit Feuerstein oder Feuerstahl ist es nicht leicht. Erst als Tobi viele Tipps gegeben hatte, wie man von kleinen Funken mit dem richtigen Zunder zum echten Feuer kommt, klappte es.

Später wurde gegrillt, natürlich gab es Stockbrot und Marshmallows und einen fantastischen Apple Crumble aus dem Dutch Oven. Nach viel Lagerfeuer und Songs von Country Roads bis zu 99 Luftballons haben wir uns in unser Tipi verkrochen. Am nächsten Morgen entschädigten das Frühstück am See, die jetzt unglaubliche Stille und Schönheit und die wärmenden Sonnenstrahlen für eine ziemlich verfrorene Nacht.

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